Weihnachten 2010
24. Dezember 2010

Weihnachten 2010.

Kurz vor dem Fest schnell mit dem Auto in der Stadt das letzte Geschenk besorgt.
Am Heiligen Abend noch eben das Haus geputzt, die gute Tischdecke gebügelt und das Geschirr poliert.
Bei der Bescherung wieder gegenseitig übertroffen.
In der ganzen Hektik doch glatt die Christmette vergessen.

Drei Tage, sieben Rollen Geschenkpapier und vier Umtausche später ist alles vorbei.

 

Weihnachten 2010.

Notdienst über die Feiertage.
Am Heiligen Abend fünf Einsätze, ein Kirchenbesucher mit Kreislaufproblemen, drei Schwerverletzte bei einem Autounfall in der Innenstadt, einem Menschen das Leben gerettet.
Endlich zuhause, gemeinsam ein Weihnachtslied gesungen. Strahlende Kinderaugen am Weihnachtsbaum.

Drei Tage, sieben Einsätze und vier Besuche bei der Verwandtschaft später ist alles vorbei.

 

Weihnachten 2010.

Vor einer Woche nach einem schweren Unfall aus dem Koma erwacht.
Am Heiligen Abend mit der Familie im Krankenhaus, tags drauf Besuch von den engsten Freunden.
Kleine Geschenke, ein selbstgestrickter Schal, eine CD der Lieblingsband, ein Bild.
Und für die Freunde, ein Lächeln.

Drei Tage, sieben Untersuchungen und vier Stunden Heimfahrt später ist alles vorbei.

 

Weihnachten 2010.

Enden wir in Stress, Hektik und Sterilität? Haben Kommerz und Konsum uns in der Hand?
Ist drei Tage später wirklich schon wieder alles vorbei? Oder was bleibt danach?

Weihnachten gibt uns die Möglichkeit, unsere Herzen zu öffnen: für die zu beten, die vor uns gegangen sind, und denen zu danken, die mit uns gehen.
Und wenn wir auch den Lauf der Welt nicht stoppen können, spendet doch jedes Lächeln und jede Umarmung Wärme wie ein kleines Licht. Und davon braucht ein jeder viel, so wie der Stall zu Bethlehem vor 2000 Jahren.

 

Bild: © mararie